Netzwerktreffen – 15. Februar 2022

Was könnte weibliches nachhaltiges Investment bewirken? Welche Chancen hat weibliches Investment?

Am 15.02. – dem Equal Pay Day – fand das erste WIMEN Netzwerktreffen 2022 online statt. Zum Thema Was könnte weibliches nachhaltiges Investment bewirken? Welche Chancen hat weibliches Investment? diskutierten die Teilnehmerinnen unter der Moderation von Christine Zach (Dr. Zach Consulting e.U.). Susanne Hasenhüttl (ÖGUT) gab einen Input zu nachhaltigem Investment, der neuen EU-Taxonomie, sowie zur geplanten sozialen Taxonomie. Simone Pies (RPunkt management & beteiligungs GmbH) informierte über die Arbeit der Business Angels und die Investition in StartUps, vor allem mit Gründerinnen. Brigitta Schwarzer (INARA GmbH) thematisierte die Situation von Frauen in Aufsichtsratsgremien und die sich verändernde Situation zur Pensionsvorsorge gerade für Frauen. Diesen Input ergänzte Susanne Wolf-Eberl (Vorstandsvorsitzende WIMEN) mit Schlussfolgerungen aus aktuellen Erhebungen: Dort zeigte sich eindrücklich, dass Frauen ihren Einfluss im Bereich Finanzen nur wenig wahrnehmen, kaum auf der Investitionsseite stehen, aber die Entscheidungen mittragen müssen. Die ökonomische Macht der Frauen in Österreich ist schwach, die Pandemiesituation hat zu einer weiteren Verschlechterung beigetragen.

 In zwei Kurzbefragungen unter den Teilnehmerinnen während der Veranstaltung wurde deutlich, dass diese hinsichtlich Geldanlage für Frauen eine „gute Wertsteigerung“ als wichtigstes Kriterium ansehen, gefolgt von „wenig Risiko“ und an dritter Stelle „eine (weitere) Pensionssäule“ bzw. „Unterstützung von Klimaschutzanliegen/-projekten“. Bezüglich der Frage, welche Wirkung ein interessantes Investment entfalten solle, wurden von den Teilnehmerinnen an erster Stelle „Klimaschutz“ und „Wertsteigerung“ gleich häufig genannt, gefolgt von „Gleichstellung“, und an dritter Stelle „Vorsorge“ bzw. „Armutsbekämpfung“.

Die Diskussion in den anschließenden BreakOut Sessions war sehr angeregt und facettenreich. Es wurde deutlich, dass Frauen Nachholbedarf hinsichtlich Wissen zu Terminologie, Prozessen und Investitionsmöglichkeiten im Finanzbereich haben. Teilweise fehlt es am (notwendigen!) Interesse, aber auch an Mut, sich damit auseinanderzusetzen und aktiv zu werden. Derzeit fehlt es auch an Lern- und Austauschmöglichkeiten, aber auch an Vor- und Rollenbildern für Frauen. Bildung und Ausbildung, Aufklärung und Sensibilisierung, aber auch Sichtbarkeit z.B. durch Role Models wären wichtige Schritte zu einer Verbesserung der Situation.

Auf Basis der Diskussion bei diesem Netzwerktreffen hat WIMEN ein Positionspapier zum Thema „Weibliches nachhaltiges Investment“ erarbeitet, um zentrale Punkte aufzugreifen.