WIMEN Mitglieder stellen sich vor - DI Karin Mottl, MSc

Bild: © Karin Mottl

 

Entsprechend ihren Lieblingsthemen Energie und Umwelt entschied sich die gebürtige Mostviertlerin Karin Mottl für eine Ausbildung an der Universität für Bodenkultur in Wien. Das Bachelorstudium galt Umwelt- und Bioressourcenmanagement, das englischsprachige Masterstudium dem Natural Resource Management and Ecological Engineering. Für das verpflichtende Auslandssemester wählte die heute 40jährige Neuseeland, für ihren späteren beruflichen Weg den Energiepark Bruck/Leitha. Ihre Aufgabe liegt u.a. darin, Menschen, die bisher noch keinen Bezug zu erneuerbaren Energien haben, mit ins Boot zu holen. Entscheidende Bausteine sind dafür Bewusstseinsbildung und Information. Hier verweist Mottl auf den Masterlehrgang „Renewable Energy Systems", der seit mehr als 10 Jahren gemeinsam mit der TU Wien durchgeführt wird und den sie begleitet. Der Fokus des Lehrganges liegt auf technischen Innovationen, Management von nachhaltigen Energiesystemen und rechtlichen Grundlagen. Besonders stolz ist Karin Mottl auf das Frauenstipendium, das im Rahmen des Masterlehrgangs vergeben wird.

Energiepark Bruck/Leitha - Energie ist unsere Zukunft


Bild: © Nimfuehr Kollektiv Fischka, 2017

Mit einer großen Portion Pioniergeist wurde im Jahr 1995 der Energiepark Bruck/Leitha gegründet. Die Aktivitäten der ersten Jahre standen ganz unter dem Ziel die Bezirkshauptstadt Bruck/Leitha auf 100% Erneuerbare Energie umzustellen. Die Inbetriebnahme der Biomasse Bruck/Leitha 1999 sowie die Errichtung der ersten Windparks in der Region ab 2000 waren die ersten Meilensteine in diese Richtung. Zudem ist Bruck/Leitha seit 2002 Klimabündnisgemeinde. Seither verbindet den Energiepark Bruck/Leitha und die Stadtgemeinde Bruck/Leitha eine enge und stabile Partnerschaft. Im Jahr 2004 folgte mit der Inbetriebnahme der Biogas Bruck/Leitha ein weiterer wesentlicher Schritt.

Mit der Initiierung eines postgradualen Masterlehrgangs in Kooperation mit der technischen Universität Wien 2005 rückte auch das Thema Bildung in den Vordergrund. Über 200 Personen aus mehr als 30 Ländern absolvierten den mittlerweile unter den Namen „MSc Renewable Energy Systems" firmierende Lehrgang.

2010 wurde mit der Eröffnung der Photovoltaik-Freiflächenanlage im slowakischen Čakany auch die Solarenergie Teil des Anlagenportfolios des Energiepark Bruck/Leitha. In der Region selbst entstanden parallel eine Vielzahl kleinerer und mittlerer PV-Anlagen, die durch die Aktivitäten des Energiepark Bruck/Leitha initiiert und unterstützt wurden. Im Jahr 2011 wurde das 100%-Ziel in Form eines Energieabkommens auf die ganze Region Römerland Carnuntum ausgeweitet. Die Erweiterung des Windpark-Portfolios des Energiepark Bruck/Leitha ab 2014 trägt wesentlich dazu bei. Aber auch gänzlich neue Technologie, wie die Ansiedelung des auf Algenproduktion spezialisierten Unternehmens ecoduna im Jahr 2012 oder die Umstellung der Biogas Bruck/Leitha auf Biomethan-Volleinspeisung 2014, konnten mit Hilfe des Energiepark Bruck/Leitha umgesetzt werden.

Neben der unmittelbaren Umsetzung von erneuerbaren Energieprojekten wurden und werden ergänzend eine Vielzahl von bewusstseinsbildenden Projekten für Bruck/Leitha als auch für die gesamte Region Römerland Carnuntum durchgeführt. Exemplarisch seien die Klima- und Energiemodellregion Römerland Carnuntum, das Sommer Camp Energy Busters oder die Initiative „Bruck Elektrisiert" genannt. Die sehr beliebten Anlagenführungen (Windkraft, Biomasse, Biogas) und die technischen Dienstleistungen wie die Erstellung von Energieausweisen, Energieberatungen und Energiebuchhaltung für Gemeinden runden das Tätigkeitsspektrum des Energiepark Bruck/Leitha ab.

Zwischenzeitlich hat die Region Römerland-Carnuntum (28 Gemeinden, Bevölkerung ~ 75.000 Personen) es geschafft im Strombereich bilanziell autark zu sein, wir freuen uns darauf, dies in den nächsten Jahren im Wärme- und Mobilitätsbereich zu forcieren. Sie möchten sich gerne näher mit unseren Projekten auseinandersetzen? Sehr gerne unter http://www.energiepark.at und https://newenergy.tuwien.ac.at.

Karin Mottl für WIMEN im Juli 2017