„Frauen verändern Unternehmenskulturen“

Bild: WIMEN

„Frauen verändern Unternehmenskulturen“ – unter diesem Titel gestaltete WIMEN auf Einladung des bmvit den internationalen Frauentag am 8. März 2016 im Ministerium.

Mehr als 100 Mitarbeiterinnen des Ministeriums waren anlässlich des Frauentages gekommen, um sich einen Überblick über die derzeitige Situation der Gleichstellung in Österreich zu verschaffen und sich über die gelebte Praxis von Chancengleichheit in Forschung und Entwicklung zu informieren.

Susanne Wolf-Eberl, Obfrau des Vereins WIMEN präsentierte nach einem kurzen Überblick  über den Verein, die Meilensteine in der Geschichte der Gleichstellung in Österreich. Von den Anfängen durch das Frauenwahlrecht 1918, bis hin zur Tatsache, dass seit 2015 erstmals 8 österreichische Universitäten von Rektorinnen geleitet werden. Sowie von der Verankerung des Gender Budgeting in der Verfassung seit 2011 und der verpflichtenden Frauenquote in Aufsichtsräten staatsnaher Unternehmen von 35% bis zum Jahr 2018. Hier zeigt sich ganz deutlich, dass die Quote wirkt, denn mit 36% im Jahr 2014 war die Quote schon frühzeitig übererfüllt.

Sie hob weiters hervor, dass Frauen sehr gut ausgebildet sind und dennoch am Arbeitsmarkt ungleich behandelt werden, dass es noch immer eine ungleiche Bewertung von Erwerbs- und Betreuungstätigkeiten gibt und Frauen weiterhin wenig sichtbar sind. Die Tatsache, dass Frauen verstärkt in Teilzeit arbeiten, wirkt sich äußerst nachteilig auf die Frauenpensionen aus, denn die durchschnittliche Alterspension beträgt bei Männern € 1.440,-  im Vergleich zu nur € 886,- bei Frauen.

Zum Abschluss ihrer Präsentation ließ sie noch einige WIMEN-Mitglieder zu Wort kommen. Die Statements der WIMEN-Frauen umfassten ein breites Spektrum, wie verstärkte bottom up-Innovation mit Einbeziehung beider Geschlechter in die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen, Etablierung einer neuen Arbeitskultur mit vertrauensbasierenden Arbeitsweisen wie Home Office, eine gerechtere Aufteilung von Betreuungspflichten, mehr Nachfrage seitens junger Frauen nach gut bezahlten technischen Lehrberufen bzw. Technischen Studien, sowie der Wunsch nach einer Überwindung der „alten Frauenklischees“, die derzeit gerade wieder in Mode kommen und bei Schülerinnen möglichst früh mit deren Empowerment anzusetzen.

Insgesamt ist Chancengleichheit nicht nur eine gesellschaftspolitische Frage von Gerechtigkeit, sondern ein Gebot wirtschaftlicher  Vernunft zur Förderung der Innovationskraft und daraus folgender Wettbewerbsvorteile.

Angelika Rauch, Geschäftsführerin bei tbw research zeigte den ansteigenden Frauenanteil in wissenschaftlichen Unternehmen auf, nämlich von 21,1% im Jahr 2008 auf 25,1% im Jahr 2013. Dann beleuchtete sie die Geschlechterverhältnisse in ihrem Unternehmen, wo der Frauenanteil fast doppelt so hoch ist wie der der Männer. Im Anschluss stellte sie das geförderte FEMtech-Forschungsprojekt „Keine Grenzen mehr – neue Strukturen für Unternehmen“ vor, mit Hilfe dessen die Work-Life Balance im eigenen Unternehmen verbessert, der Außenauftritt gendergerecht adaptiert und fachliche Genderkompetenz aufgebaut werden sollen.

Die Einladung des bmvit gab WIMEN die Gelegenheit sich einem größeren Kreis an interessierten Frauen und damit potenziellen neuen Mitgliedern zu präsentieren.

tbw research - Keine Grenzen

Text: Gertraud Oberzaucher