Rückblick: WIMEN Polittalks zum Thema „Mobilitätskonzepte für Wien“

Foto: Beatrice Lukas

Zunächst gilt unser herzlicher Dank den politischen Vertretern, die sich unseren Diskussionen gestellt haben. Sie waren überaus kompetent und diskussionsfreudig und es war äußerst interessant ihre ausführlichen Antworten zu hören. Wir planen noch vor den Wiener Gemeinderatswahleneine gemeinsame Runde  wo wir gerne unsere WIMEN-Standpunkte darlegen und mit ihnen diskutieren wollen. Ein großes Danke gilt auch unserem WIMEN-Mitglied Angelika Rauch, die als Geschäftsführerin der tbwresearchGes.m.b.H. nicht nur die ausgezeichnete Idee zu diesem Format hatte, sondern auch die Räumlichkeiten zur Verfügung stellte und für das leibliche Wohl sorgte.

Die Vertreter der SPÖ, Grünen und NEOS waren sich über große Strecken einig, dass eine nachhaltige Verkehrspolitik alle Verkehrsmittel fördern sollte, jedoch nicht den motorisierten Individualverkehr, also PKWs. ÖV, Radfahren und zu Fußgehen sind die Verkehrsmittel der Wahl, Rudi Schicker von der SPÖ forderte vor allem ein Zurückdrängen der parkenden Autos. Für Rüdiger Maresch von den Grünen steht das Gesamtinteresse Aller im Vordergrund, und Stefan Gara von den NEOS betont die stärkere Berücksichtigung der Außenbezirke und der gesamten Region Wien, NÖ und Bgld. Zur Aufwertung der Außenbezirke herrscht relative Einigkeit über alle Parteigrenzen hinweg.

ÖVP und FPÖ betonen die Wahlfreiheit des Verkehrsmittels inWien und warnen vor einer "autofeindlichen" Stimmung. RomanStiftner (ÖVP) fordert die Verlängerung der U-Bahnen  und vertritt eineninteressanten Standpunkt zur Parkraumbewirtschaftung: DieKosten sollten je nach Lage gestaffelt werden, es solltenicht sein, dass ein PKW-Parkplatz am Wilhelminenberggenauso viel kostet wie einer bei der Staatsoper.

Was die aktuelle Verkehrspolitik betrifft, so sehen sich SPÖ, Grüne und NEOS in einem relativen Gleichklang.Die NEOS sehen kaum Partizipationsansätze. ÖVP und FPÖ können keine Verkehrspolitik in Wien ausmachen, sondern nur Einzelmaßnahmen. Die FPÖ sieht die „Wiener AutofahrerInnenseit 20 Jahren bekämpft“ und möchte an die Verkehrspolitik vor 25 Jahren anschließen. Wichtig ist es den „Autoverkehr in Wien wieder fließen zu lassen“.

Was die Mobilitätskonzepte betrifft ist der weitere Ausbau des öffentlichen Verkehrs das Thema der Zukunft, ebenso wird Carsharing als gutes Modell gesehen. Carsharingmit Elektroautos wäre noch besser, allerdings gibt es auch Stimmen für standortgebundenes Car Sharing anstatt des Free Floating Angebots. Auch in diesem Punkt sind die Außenbezirke ein großes Thema. Gara schlägt beispielsweise Schnellstraßenbahnen anstelle eines weiteren U-Bahnausbaus vor.

Irschik betont, dass es keinen Klimawandel gibt und es auch schon vor 30 Jahren sauren Regen und Diskussionen um das Ozonloch gegeben hat. Die Negierung einer Umwelt- und Umfeldbeeinträchtigung durch den motorisierten Verkehr, führt zur Forderung dem Autoverkehr in Wien „wieder“ Priorität einzuräumen.

Vorbild für Wien ist nach Schicker Zürich wegen seines Gesamtsystems, für Stiftner München wegen der Mobilitätskonzepte über die Stadtgrenzen (U-Bahn, S-Bahn), Maresch nennt gleich drei Städte, nämlich Kopenhagen wegen der Räder, Zürich wegen des Gesamtkonzepts und Barcelona wegen des geringen Verkehrs und der wenigen Parkplätze und für Gara ist es San Francisco, wo man neue innovative Wege geht.Irschik kennt keine vorbildliche Stadt in Bezug auf den Verkehr. Dass zu wenige Frauen in diesem Bereich in der Politik vertreten sind, darüber sind sich NEOS, Grüne und ÖVP einig, einzig Schicker bildet hier die Ausnahme, denn in Wien ist der ÖV fest in Frauenhand, und das in Führungspositionen.

Zum Abschluss stellten wir die Frage nach den 5 wichtigsten Maßnahmen. Wenn Sie Interesse an diesem Vergleich haben, dann besuchen sie unsere Abschlussrunde mit den politischen Vertretern im September 2015, dort erfahren Sie mehr.

Susanne Wolf-Eberl und Gertraud Oberzaucher für WIMEN im August 2015