Blicke aus der Praxis

Am 22.10. 2014 wurde die Studie „Unterwegs zwischen Erwerbs- und Familienarbeit“ auf einer gemeinsamen Veranstaltung der Arbeiterkammern Wien, Niederösterreich und Burgenland vorgestellt. Diese beinhaltet die Ergebnisse des Forschungsprojekts mobility4job „Gendergerechte Mobilitätslösungen für bessere Erwerbschancen im ländlichen Raum“, das durch das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie in der Programmschiene Talente - FEMtech Forschungsprojekte gefördert wurde.

Mobility4Job untersucht die Mobilitätsbedürfnisse von Frauen und Männern mit Versorgungs- und Betreuungspflichten im ländlichen Raum. Ziel des Projektes ist es, mobilitätsbedingte Hemmnisse für den Einstieg in die Erwerbstätigkeit zu identifizieren und Mobilitätsvoraussetzungen zu definieren, die Menschen mit Betreuungspflichten die Teilhabe am Erwerbsleben erleichtert.

In den Regionen Triestingtal und Schneebergland in Niederösterreich wurde auf Grundlage von 15 vertieften persönlichen und 436 standardisierten telefonischen Interviews analysiert, welche Mobilitätsbedürfnisse diese Personengruppe hat. Die Ergebnisse belegen, dass das Alltagshandel der Personen stark von dem täglichen Ausmaß der Erwerbsarbeit, dem Aufwand für Betreuung und die tägliche Mobilität geprägt ist. Es zeigt sich, dass Frauen, auch wenn sie im vermehrten Maß am Erwerbsleben teilhaben, nach wie vor einen ungleich höheren Anteil am Betreuungsaufwand haben. Für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird der private Pkw als notwendig und selbstverständlich angesehen. Die Abhängigkeit vom privaten Pkw führt nicht nur zu finanziellen Belastungen, sondern auch zu zusätzlichem Stress, da viel Zeit in das Holen und Bringen der betreuten Personen investiert wird. In einem partizipativen Prozess wurden Handlungsfelder für Lösungen erarbeitet, die die vielfältigen Lebensrealitäten berücksichtigen und sowohl an der Mobilität der betreuenden Personen, als auch an der Mobilität der betreuten Personen ansetzen.

In dem Projektkonsortium waren die Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Verkehrswesen, das Büro für nachhaltige Kompetenz B-NK GmbH, Rosinak & Partner ZT GmbH und die Arbeiterkammer Wien, Verkehr und Umwelt vertreten.

Weitere Informationen finden Sie auf www.mobility4job.at.
Die Studie „Unterwegs zwischen Erwerbs- und Familienarbeit - Eine Analyse in den niederösterreichischen Regionen Triestingtal und Schneebergland“ kann in Kürze kostenlos bei der Arbeiterkammer Wien bestellt werden.

Zum Download steht die Studie hier zur Verfügung: http://wien.arbeiterkammer.at/service/studien/VerkehrundInfrastruktur/Un...

Der Folder "Hohe Mobilität ohne Autoabhängigkeit" als Anhang beigefügt.

Wiebke Unbehaun für WIMEN am 24.10.2014