Das Taxi mit Mehrwert


Bild: tbw research

Taxis sind ein wichtiger Baustein im städtischen Mobilitätsangebot. Im vom bmvit geförderten Forschungsprojekt TAXIPLUS wurden die Anforderungen an ein zeitgemäßes Taxiservice ermittelt und neue Taxi-Dienstleistungen für verschiedene Zielgruppen entwickelt.

Claudia muss dringend zur Geburtstagsparty ihrer Freundin und Papa hat keine Zeit den Chauffeur zu spielen. Mit der TAXIPLUS App bestellt er ein TAXIPLUS Fahrzeug. Die Fahrerin, mit ihrer blauen Uniform leicht erkennbar, holt Claudia von der Wohnungstüre ab und bringt sie an ihr Ziel. Die Fahrerin begleitet sie auch hier wieder bis zur bekannt gegebenen Kontaktperson. Zudem kann Papa die Fahrt seiner Tochter am Handy mitverfolgen. Die Bezahlung läuft bargeldlos über seine Kreditkarte und die Fahrt kostet nicht mehr als in einem herkömmlichen Taxi. Mit dieser Buddy-Funktion von TAXIPLUS kann man anderen Personen erlauben, TAXIPLUS Fahrten über den eigenen Account abzurechnen. Praktisch auch für junge Leute, wenn einmal eine ungeplante Taxifahrt unternommen werden muss. Sie können selbstständig ein TAXIPLUS bestellen und über die Kreditkarte eines Elternteils bezahlen, der dabei eine Benachrichtigung erhält.

Das ist eine der neuen Taxi-Dienstleistungen, die im zweijährigen Forschungsprojekt TAXIPLUS, gefördert vom FEMtech-Programm des bmvit, entstanden sind und die derzeit in der Pilotphase vom Projektpartner Taxi 31300 in Wien getestet werden.

Fahrgäste fühlen sich oft unsicher

Gestartet wurde mit umfangreichen Recherchen und Befragungen über Erfahrungen und Wünsche, sowohl von den KundInnen als auch den FahrerInnen. Sicherheit war eines der zentralen Themen bei beiden Gruppen, insbesondere bei weiblichen Fahrgästen und Lenkerinnen. Dabei geht es nicht nur um tatsächliche Bedrohungen, sondern vor allem auch um das subjektive oft genannte Unsicherheitsgefühl. Daraus entstanden einige Sicherheitsfunktionen wie der Notrufknopf, der beim Beginn der Fahrt am eigenen Mobiltelefon aufblinkt und bei einer Notfallsituation sofort mit der Vermittlungs­zentrale verbindet. Dort bleibt die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter bei einer Bestellung bei Bedarf in der Leitung, bis die Kundin sicher ins TAXIPLUS eingestiegen ist. Ein „Buddy“ kann die gesamte Fahrt bis zum Erreichen des Zielortes am Smartphone mitverfolgen.

Unsicher fühlen sich auch oft Personen mit Mobilitätseinschränkungen aller Art oder Menschen, die sich im städtischen Umfeld nicht gut auskennen. TAXIPLUS LenkerInnen begleiten sie beispielsweise von und zum Bahnhof oder zur Haltestelle und tragen das Gepäck. Oder sie transportieren von Haustüre zu Haustüre. Spezielle Bedürfnisse können über die App bekanntgegeben oder direkt mit der Vermittlungszentrale besprochen werden, von den Betroffenen selbst oder auch von Dritten.

Hohe Standards durch Schulung

Taxis befinden sich mittlerweile in einem sehr kompetitiven Umfeld. Carsharing oder Mietwagen­dienste erweitern das öffentlich verfügbare Mobilitätsangebot. Gleichzeitig gibt es aber Lücken beim Dienstleistungsangebot. Basierend darauf wurden im TAXIPLUS Projekt einerseits die beschriebenen neuen Angebote entwickelt. Andererseits wurden Kundenbedürfnisse analysiert und daraus die Anforderungen an eine qualitativ hochwertige Dienstleistung, das Taxi, abgeleitet.

Um diesen hohen Servicestandards gerecht zu werden, wurde im Projekt ein eigenes Schulungsprogramm für TAXIPLUS LenkerInnen entwickelt und erprobt, welches zusätzlich zur normalen Taxi-LenkerInnen Ausbildung absolviert werden muss. Dazu gehören etwa die besondere Kunden­orientierung und eine spezielle Erste Hilfe-Ausbildung für Notfallsituationen. TAXIPLUS Fahrzeuge sind durch die Taxi-Leuchte und das TAXIPLUS Logo eindeutig erkennbar, die LenkerInnen durch ihre Dienstkleidung und Anstecknadel. Trotz all dieser zusätzlichen Serviceleistungen wird die Taxifahrt nach den transparenten, gesetzlich festgelegten Tarifen abgerechnet. Es gibt keine „dynamische Preisgestaltung“. Die LenkerInnen sind durch einen geregelten Arbeitnehmer­schutz im Taxigewerbe sozial abgesichert.

Die Rückmeldungen auf das TAXIPLUS Konzept während der Pilotphase waren sowohl von den KundInnen als auch von den LenkerInnen durchwegs positiv. Eine Fortführung von TAXIPLUS nach Ende des Forschungsprojektes wird daher angestrebt.

Kontakt:

DI Angelika Rauch
Mobil: +4369917130717
Mail: a.rauch@tbwresearch.org

 

Die TAXIPLUS Projektpartner

tbw research
Taxi 31300
Research&Data Competence
c-mobility
ETA Umweltmanagement